1. Skip to Menu
  2. Skip to Content
  3. Skip to Footer

Previous
Next

                  Josef Haydn: Die Schöpfung

Die Erfrischung allerdings ist hochwillkommen, denn Gastdirigent Andreas Spering setzt Haydn mächtig unter Druck. Rasant treibt er die Chöre voran, und auch die Arien sind weniger Ort der Reflexion als konzentriertes Gefühl. Für die Solisten ist das nicht immer leicht, manchmal gibt es kleine rhythmische Abstimmungsprobleme. Trotzdem macht Stefan Adam, der zuletzt als Alberich im „Rheingold" eher im Untergrund arbeitete, auch als Erzengel eine sehr gute Figur: Selten ist seine Partie lebendiger zu hören. Dass seine Stimme in den Randlagen manchmal etwas gefährdet klingt, ist dabei nicht mehr als ein zusätzlicher Reiz: der natürliche Preis für sein hohes Gestaltungsrisiko.

Stefan Arndt, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 15.12.2oo9


                  F. Mendelssohn: Elias

Ein Sänger, der in Mendelssohns gleichnamigem Oratorium die Titelpartie gibt, benötigt Kraft und Charisma. Wie Stefan Adam, der in der Martinskirche ein grandioses Porträt des Propheten entwarf. So darf man sich alttestamentarische Größe fürwahr vorstellen. Doch nicht nur Adams Stimmgewalt beeindruckte. Hinzu kamen ein ganz natürlich wirkendes, instinktsicheres Ausdrucksvermögen, eine blendende Textdeutlichkeit ohne rhetorische Übertreibungen und nicht zuletzt die Fähigkeit, Melodien betörend strömen zu lassen. Kein Wunder, dass der früher in Kassel, nun an der Staatsoper Hannover engagierte Bariton von den rund 1000 Zuhörern mit Applaus überschüttet wurde.

Georg Pepi, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Kassel, 3o.11.2oo9


                  Johannes Brahms: Die schöne Magelone

Bariton Stefan Adam ließ in den 15 Magelonen-Romanzen von Brahms erneut eine besondere Gabe erkennen: die Symbiose aus Ausdruck und Natürlichkeit. Affektierte Überbetonung des Rhetorischen war in dem warm strömenden Gesang nirgends zu vernehmen.

Georg Pepi, Hessische / Niedersächsische Allgemeine, 24.o5.2oo8


                  Johannes Brahms: Vier ernste Gesänge op. 121

Nicht zu überbieten war darin allerdings Stefan Adam mit seinen „Vier ernste Gesänge“ von Brahms. Sein heldisch anmutender Bariton breitete den Text von Tod und Glauben wie ein überirdisches Echo im Raum aus.

Günther Moseler, Münstersche Zeitung, 26.o3.2oo7


                  F. Martin, Jedermann-Monologe / R. Schumann, Dichterliebe

Eindringlicher kann ein Liedvortrag wohl kaum sein. Nicht allein die ungeheure Stimmgewalt, über die Adam verfügt, sondern vor allem seine Fähigkeit, als singendes Subjekt das Grauen des Jedermann im Angesicht des Todes zu vermitteln, berührten die etwa 80 Zuhörer. Adam ist keiner, der den Schönklang an sich ausstellt. Um die Seelenwinkel auszumalen, dienen ihm auch die fahlen und brüchigen Farben. Man kann die „Dichterliebe" distanziert und ironisch singen, man kann sich aber auch mit Leib und Seele hineinbegeben. Adam tat Letzteres. Mit eindringlicher Schlichtheit in „Wenn ich in deine Augen seh'", kraftvoll und ausströmend in „Ich grolle nicht", leicht, aber bestimmt in „Ein Jüngling liebt ein Mädchen".

Werner Fritsch, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 28.o6.2oo7