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                  Josef Haydn: Die Schöpfung

Adam ist ein Gentleman. Mit noblem Gebaren beugt er sich zu seiner Eva herab: „Komm, folge mir! Ich leite dich.“ Der erste Mensch auf Erden weiß das Glück zu schätzen, das ihm in Gestalt seiner Gefährtin begegnet. Und auch das Publikum ist beglückt - weil der Bariton gleichen Namens ihm seine Stimme gibt. Stefan Adam hatte dieser „Schöpfung“ so manches Glanzlicht aufgesetzt, (…)
Erster Gänsehaut-Moment: Natürlich Raphaels Arie „Rollend in schäumenden Wellen“ - und die ist bei Stefan Adam kein Schelmenstreich, sondern alttestamentarische Würde pur. Singt er gegen das beliebte „Papa Haydn“-Klischee an oder hat sein Bass einfach zu viel markige Schwärze für sprudelnden Haydn-Spaß? Egal, wenn nur die Gänsehaut schön prickelt. Diese Stimme nimmt es mit schmetternden Trompeten auf, macht jedes Rezitativ zur packenden Erzählung und klingt am Ende doch ganz sanft. Wenn Adam den Adam singt.

Arndt Zinkat, Westfälische Nachrichten Münster, 19.o7.2o1o